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  • Nik Eugster

In 15 Minuten zu CHF 100'000 – Innovation in der Krise

An diesen Moment werde ich mich mein Leben lang erinnern. Ich hatte soeben mit einem Konzept im Umfang einer A4-Seite eine Finanzierung von CHF 100'000 geholt. Einfach mit einer guten Idee. Es war bereits das zweite Mal innerhalb kurzer Zeit, dass uns ein solcher Coup gelang. Da begann ich mich zu fragen: Wie konnte es sein, dass wir zweimal nacheinander ins Schwarze getroffen hatten? Was braucht es, um eine wirklich revolutionäre Idee zu haben? Welche Rolle spielen die Rahmenbedingungen? Welche Rolle spielt der Zufall? Wie kommt man auf wirklich gute Ideen, und wie kann man es beeinflussen, dass eine gute Idee auch zum Erfolg wird?


Die erste Idee war nicht revolutionär. Aber sie war die richtige Idee zur richtigen Zeit. Wir schufen einen Tag, nachdem der Bundesrat im März 2020 den ersten Lockdown verhängte, eine Internetseite, über welche das lokale Gewerbe ihre alternativen Lieferwege und Dienstleistungen kommunizieren konnte. Die Seite schlug ein wie eine Bombe. «Local Hero» wurde innerhalb kürzester Zeit zum Selbstläufer. Je mehr Geschäfte über unsere Plattform ihre Dienste anpriesen, umso mehr Kunden guckten vorbei und unsere täglichen Newsletter wurden zu tausenden abonniert. Innerhalb einer Woche wuchsen wir von einer Website mit drei Mitarbeitenden auf fünf Städte-Webseiten mit 17 Mitwirkenden. Wir waren in einem wahren Startup-Rausch und arbeiteten Tag und Nacht.

Wenig später suchten wir nach einer zweiten Idee. Dieses Mal wollten wir innovative Projekte der lokalen Unternehmen finanziell fördern. Wir schufen ein «Crowdfounding ohne eigenes Portemonnaie». Ein Grossspender soll Geld zur Verfügung stellen, welches dann öffentlich in einem Wahlverfahren an die Unternehmen vergeben würde. Eine virale Verbreitung war garantiert und somit war die Aktion auch für den Grossspender attraktiv. Und tatsächlich, wir fanden ein regionales Energieunternehmen, deren Chefin mir in einer fünfzehnminütigen Sitzung und – wie eingangs erwähnt – mit einem Konzept im Umfang einer A4-Seite CHF 100'000 gab. Mit «Support your Hero» war uns der zweite grosse Coup gelungen.

"Auch Ideen brauchen Superkräfte."

Die Herkunft von heldenhaften Ideen

Ich befasste mich schon seit längerer Zeit mit dem Thema Innovation, versuchte jedoch nach diesen Erlebnissen, das soeben geschehene einzuordnen und Muster zu finden, wie Innovation entstehen kann. Und da wir uns bei «Local Hero» für unser Storytelling bei Heldengeschichten bedienten, versuchte ich, das Entstehen von Innovation mit dem Entstehen von Superhelden zu vergleichen. Und das gelang ganz gut. Das im Buch «Innovation Heroes» beschriebene «Hero Modell» ist genauso aufgebaut und es beschreibt das Entstehen von Innovation auf äusserst unterhaltsame Art und Weise.

So werden z.B. Superhelden selten als solche geboren. Die wohl bekannteste Ausnahme ist Superman, der seine Superkräfte der ausserirdischen Herkunft verdankt. Die allermeisten Superhelden werden erst in ihrer Adoleszenz zu dem, was sie am Ende auszeichnet. Die Herkunft der Superhelden ist demnach in jeder Heldengeschichte unverzichtbar. Ihre Erfahrungen, ihr Wille etwas zu verändern und externe Ressourcen sind oft Voraussetzung für das Entstehen von Superhelden. Und dasselbe gilt bei Ideen. Auch hier gibt es immer eine Herkunftsgeschichte. Auch hier spielt eine persönliche Motivation, ein Veränderungsdrang, bisherige Erfahrungen, Wissen und externe Ressourcen wie Geld und Zeit mit. Stimmt der Zeitpunkt, kommen die richten Leute zusammen und spielen allenfalls noch externe Einflussfaktoren mit, entsteht eine wirklich heldenhafte Idee.

Wie heldenhafte Ideen durch die Decke gehen

Was unterscheidet das schüchterne und anfänglich unbeliebte Waisenkind Peter Parker, das bei Tante May und Onkel Ben aufwächst, von Spider-Man, der einen Superschurken nach dem anderen zur Strecke bringt? Beide sind ein und dieselbe Person, aber Superkräfte helfen Peter Parker, dass er als Spider-Man seinen Gegnern einen Schritt voraus ist. Ohne Superkräfte wäre er zwar ein ehrenwerter und gewissenhafter Erdenbürger, aber keinesfalls der Retter dieser Erde. Dasselbe gilt auch für Ideen. Die beste Idee ist ohne jeden Nutzen, wenn man sie nicht erfolgreich umsetzen und der richtigen Zielgruppe zugänglich machen kann. Viele Menschen haben kreative Gedanken und wüssten eigentlich, worauf die Welt sehnlichst wartet, aber sie wagen selbst den entscheidenden Schritt der Umsetzung nicht. Oder sie können zwar etwas umsetzen, aber es fehlt ihnen jegliches Talent oder Wissen, um die Idee zu vermarkten. Gewisse Ideen scheitern auch an anderen Faktoren. Oft sind Ideen zu kompliziert und werden deshalb von der Zielgruppe nicht verstanden. Ja, auch Ideen brauchen Superkräfte.


Als ich dieses «Hero Modell» schuf, wurde mir blitzartig klar, was es braucht, um eine gute Idee zu haben und vor allem was benötigt wird, um eine gute Idee auch noch erfolgreich zu machen. Dies alles kann im Buch «Innovation Heroes» nachgelesen werden. Es enthält neben den Erklärungen zum «Hero Modell» praktische Listen und Erklärungen zu Innovationsmodellen wie z.B. Design Thinking. Es soll den Innovationsprozess in Unternehmen anregen und der Leserschaft eine Reflexion darüber ermöglichen, wie Ideen entstehen und wie man sie fördert. So soll die für viele Unternehmen schwierige Zeit während dem Lockdown doch noch zur positiv behafteten und kreativen Zeit werden.


Weiterführende Infos

«Innovation Heroes» von Nik Eugster im lokalen Buchhandel oder unter www.innovationheroes.info

ISBN: 978-3-03805-300-2

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